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„Ingenieure finden immer einen Weg“
Steht der Ingenieurberuf vor einem grundlegenden Wandel; müssen sich die Erfinder neu erfinden? Zwei Mitarbeiter der Verfahrenstechnik erzählen, was sich verändert hat und was sich verändern wird.
Steht der Ingenieurberuf vor einem grundlegenden Wandel; müssen sich die Erfinder neu erfinden? Zwei Mitarbeiter der Verfahrenstechnik erzählen, was sich verändert hat und was sich verändern wird.

Anna Kunze und Michael Hay sind Ingenieure. Kunze hat Bioingenieurwesen studiert, Hay Verfahrenstechnik. Beide arbeiten heute bei der Verfahrenstechnik von Evonik: Hay als Fachgruppenleiter Fest-Flüssig-Trennung, Kunze in der Fluidverfahrenstechnik und als einer von zwei Partnern des Programms „Fast Improvement of Processes“, kurz FIP. Beide kennen den Beitrag „Das Düsentrieb-Dilemma“, in dem der Spiegel diagnostiziert, dass sich Ingenieure angesichts rasanter Veränderungen völlig neu erfinden müssten. Beide teilen die These des Nachrichtenmagazins nur eingeschränkt. „Ingenieure“, meint Hay, „mussten schon immer mit Herausforderungen zurechtkommen. Und sie haben immer einen Weg gefunden.“ 

Zwischen dem Berufseinstieg von Anna Kunze und Michael Hay liegen rund 20 Jahre. Klar, dass sich in diesem Zeitraum der Beruf verändert hat. Hay hat noch Modelle von Anlagen per Hand zusammengeklebt, die heute mittels Virtual Engineering am Bildschirm entstehen; bei Kunzes Berufseinstieg war die Simulation schon fest etabliert. Hay bewegte sich in seinen ersten Berufsjahren weitgehend in „a man’s world“; für Kunze waren gemischte Teams schon immer selbstverständlich. Hay hat seine erste E-Mail 1997 geschrieben, Kunze schon in der Schule die erste Programmiersprache gelernt. 


Der Ingenieur als Botschafter des Wandels?

Keine Frage, da hat sich viel verändert. Aber reicht das, damit sich Ingenieure ganz neu erfinden müssen? Die Frage kreist, wie so viele derzeit, um das Thema Digitalisierung. Eine spannende Herausforderung, wie Kunze und Hay unisono betonen. Da wird zum einen die Verfahrenstechnik selbst digitalisiert, aktuell zum Beispiel ein Technikum am Standort Hanau. Da gibt es aber auch ein Programm wie e-DX, mit dessen Hilfe die Verfahrenstechnik Anlagen und Betriebe auf digitale Produktion umstellen kann. Die Möglichkeiten der digitalen Simulation, die bei Hays Berufseinstieg noch in den Kinderschuhen steckte, nehmen weiter zu. Höhere und günstigere Rechenleistung macht Modelle detaillierter und aussagekräftiger. Das nächste Thema ist künstliche Intelligenz (KI); es krempelt bereits die Grundlagenforschung an den Universitäten um und ist auch bei Evonik angekommen. Das wird die Verfahrenstechnik von Evonik und sicher auch das Berufsbild des Ingenieurs weiter verändern. 

Neben Fachwissen werden an den Unis längst auch die sogenannten Soft Skills vermittelt, zu Mitarbeiterführung beispielsweise oder Kommunikation. „Diesen Fähigkeiten kommt in der modernen Welt besondere Bedeutung zu“, sagt Hay. „Als Unternehmen sind wir angewiesen auf das frische Wissen, das neue Denken und die ungewöhnlichen Blickwinkel der Uniabsolventen.“ Und da sieht Anna Kunze das Unternehmen in der Pflicht, „die Dynamik junger Ingenieure zu nutzen und nicht zu dämpfen“. Dann, meinen beide, werden Ingenieure auch die Transformation zu einer digitalen Industrie gestalten. Denn Entwicklung und Wandel waren schon immer ein essenzielles Element des Ingenieurberufs. Dabei wird es wohl auch bleiben. Ingenieure finden eben immer einen Weg. 


Quelle: Folio

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