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#2 - 40 Grad in Deutschland und Winter in Buenos Aires: Argentinien entdecken!

Als duale Studentin bei Evonik hatte Fritzi die Möglichkeit ihr Praktikum bei Evonik in Argentinien zu absolvieren. In unserem students@Evonik Blog spricht sie über kulturelle Unterschiede, neue Herausforderungen und ihre Erfahrungen.

Als ich mich für ein Praktikum bei Evonik in Argentinien entschied dachte ich an heißes Wetter und Leute, die auf der Straße tanzen. Doch das Gegenteil war der Fall, denn als ich meine Reise im Juni 2018 begann war es auf der Südhalbkugel schon Winter. Dieser ist in Buenos Aires jedoch so ähnlich wie der Herbst in Deutschland und daher eigentlich sehr angenehm. Man muss jedoch zwischen den unterschiedlichen Regionen Argentiniens unterscheiden. Patagonien liegt im Süden Argentiniens und ist eine beliebte Skiregion im Winter. Die Iguazu Wasserfälle hingegen befinden sich im Norden und, als ich dort gewesen bin waren es über 30 Grad. Meine Kollegen halfen mir dabei meine Wochenendausflüge zu planen und gaben mir viele hilfreiche Tipps.

Was den öffentlichen Verkehr betrifft, muss ich sagen, dass er im Vergleich zu Deutschland sehr günstig, aber extrem verwirrend ist. Zumindest empfand ich es so. Es gibt natürlich Bushaltestellen, aber wenn man nicht genau weiß, welche die Richtige ist und welchen Bus man eigentlich nehmen soll, kann das alles sehr schwierig werden. Eine meiner Kolleginnen hatte zum Glück eine Wohnung in der Nähe meines Hotels und begleitete mich, als ich zum ersten Mal den Bus zur Arbeit nehmen musste. Auch wenn man zum Beispiel wusste wo der Bus hielt musste man aufpassenden richtigen zu nehmen. Das klingt eindeutig  einfacher als es tatsächlich ist, denn obwohl viele Busse die gleichen Nummern haben, ist die Kombination mit unterschiedlichen Farben und Buchstaben entscheidend.  Trotz aller Schwierigkeiten ist es nur einmal vorgekommen, dass ich einen Bus in die komplett falsche Richtung nahm. In San Isidro, wo ich wohnte und arbeitete gab es außerdem keine festen Fahrpläne und man musste dem Busfahrer signalisieren, dass man mit will. Ich war immer glücklich, wenn andere schon auf den Bus warteten und für mich den Bus anhielten.

Eine weitere für mich ungewohnte Eigenart waren die "besos". An meinem ersten Arbeitstag habe ich meine Hand ausgestreckt, um meine Kollegen zu begrüßen, jedoch ist das in Argentinien wirklich nicht üblich. Man begrüßt sich indem man sich gegenseitig auf die Wange küsst. Sogar im Restaurant wurden Kellner manchmal so begrüßt. Ihr könnt euch jetzt sicherlich vorstellen, dass die Atmosphäre generell immer sehr freundlich war. Selbst im Büro! Alle arbeiteten zusammen, unterhielten sich über Wochenendpläne und niemand wurde wütend auf einen, auch wenn dieselbe Frage schon mal gestellt wurde. Ich habe das Gefühl, dass ich in Argentinien viel mehr über meine Kollegen gelernt habe als während meiner Zeit bei Evonik Deutschland.

Ich genoss die Stimmung dort und natürlich den argentinischen Mate-Tee. Man konnte Mate-Tee praktisch überall im Land sehen, sogar im Büro. Am ersten Arbeitstag bot mir ein Kollege an auch mal zu probieren. Entgegen meiner Erwartung bekam ich nicht meine eigene Tasse Tee, sondern einen Becher, den wir uns alle auf der Etage teilten. Das kam mir anfangs wirklich seltsam vor, aber nachdem ich es Tag für Tag beobachtet hatte fing ich an die Idee, etwas was jeder mag zu teilen und dabei Zeit miteinander zu verbringen, zu mögen.

Das Gleiche gilt für den Fußball. Während meiner Zeit in Argentinien fand die "el mundial" - die Weltmeisterschaft - statt. Man konnte die Spiele auf jeder Etage verfolgen und, obwohl ich kein großer Fußballfan bin, wurde ich von der Stimmung mitgerissen. Evonik sorgte dafür dass wir Snacks hatten und als Argentinien spielte durften die Mitarbeiter früher gehen.

Man kann wirklich sagen, dass ich die generelle Stimmung dort genossen habe. Besonders schätzte ich die Unterstützung meiner Kollegen. Zum Beispiel möchte ich nach meinem Bachelor im Supply Chain Management einsteigen und deswegen haben alle immer versucht mir dieses Thema in Bezug auf Lateinamerika näher zu bringen. Ich durfte sogar an Verhandlungen und einer Privattour im Hafen von Zárate teilnehmen, so dass ich noch tiefere Einblicke bekam. Der Hafen von Zárate liegt 100 km von Buenos Aires entfernt und Evonik Argentinien bevorzugt diesen kleineren Hafen anstelle des großen in der Hauptstadt, weil  einerseits die Entfernung zum Lager kürzer ist und zum anderen die langen Staus in der Hauptstadt vermieden werden können.

Evonik verfügt auch über eine Produktionsstätte in der Region Santa Fe. Begleitet mich im dritten Teil meines Blogs, wo ich euch davon berichte wie es war von der Verwaltung in die Produktion zu gehen.

Saludos,
Fritzi


Im students@Evonik-Blog berichten Studenten, die bei Evonik arbeiten, über ihre Erfahrungen aus dem Arbeitsleben als Praktikant bei Evonik.

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